Rohöl gilt nach wie vor als wichtigster Rohstoff weltweit. Laut Prognosen der OPEC (Organization of Petroleum Exporting Countries) wird sich an diesem Sachverhalt auch langfristig nichts ändern. Die Forschungsabteilung des aus 14 Ländern bestehenden Förderkartells erwartet vielmehr, dass Öl, trotz aller Bemühungen den Verbrauch fossiler Energieträger zu reduzieren, auch in 20 Jahren noch der wichtigste Rohstoff für die Energiegewinnung bleiben wird. Der Studie zufolge klettert die Nachfrage bis 2040 um zwölf Millionen auf 110 Millionen Barrel (159 Liter) am Tag.

Diese Prognosen spiegeln sich auch in den Entwicklungen auf dem Rohölmarkt  2019 wider. Durchschnittlich kostete ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate (WTI) im Jahr 2019 rund 56,7 US-Dollar.

Aufwärtstrend bis April 2019

In den ersten vier Monaten des Jahres kletterten die Rohölpreise nahezu stetig von 45 auf 67 Dollar/Barrel und erreichten im April ihren Jahreshöchstwert mit einem Anstieg von über 40%.
Unter konsequenter Umsetzung Saudi-Arabiens, verknappte die OPEC den Ölmarkt, indem sie rund eine Million Barrel/T vom Markt nahmen. Preisdämpfend wirkten dagegen das US-Schieferöl und die schwierigen Verhandlungen zwischen Washington und Peking um einen Außenhandels-Deal.

Verhandlungen prägen den Sommer 2019

Im Mai kam ein Handelsvertrag zwischen Washington und Peking nicht zustande, was das Marktbild entscheidend beeinflusste. Gegenseitig wurden die Zölle erhöht und die Ölnachfrage zeigte sich deutlich schwächer als zuvor prognostiziert.
Anfang Juli einigten sich die OPEC und die Plus-Partner auf eine Verlängerung der bestehenden Förderquoten um neun Monate bis zum 31. März 2020.

Aufwind und Stabilisierung der Rohölpreise in der zweiten Jahreshälfte

Mitte September erfolgte ein schwerwiegender Drohnenanschlag auf die größte Rohölaufbereitungsanlage in Saudi-Arabien, was den Preis für das US-Leichtöl WTI um etwa 16 Prozent auf 63,34 Dollar klettern ließ – so stark wie zuletzt im Jahr 2001. In der zweiten Septemberhälfte regulierte sich dieser Anstieg. In den Herbstmonaten blieben die Augen der Marktteilnehmer auf die Verhandlungen und Fortschritte im Handelskonflikt gerichtet.

Anfang Dezember beschloss die Opec-Plus Gruppe physisch weitere 0,5 Mio. Barrel Rohöl vom Tagesangebot zu nehmen. Die politischen Entwicklungen infolge der Brexit-Entscheidung und des Handelskonflikts zwischen den USA und China  beeinflussten in den vergangenen Wochen die Ölnotierung positiv und die Preise legten in der zweiten Dezemberwoche spürbar zu.

Insgesamt war das Jahr 2019 für den Ölpreis ein ausgeglichenes Jahr. Die Aussichten zu Beginn des neuen Jahres für Rohöl als weltweiter Indikator der Wirtschaftsaktivität werden von Experten als positiv bewertet.

Entwicklung Öl (WTI) Oktober-Dezember 2019 Quelle: wallstreet-online.de

 

Quellen: OPEC, handelsblatt.com, finanzen.net